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Hans-Roger Matriz

Hüftspeck und Brodmaschine


Das Buch:
Bald achtzig Jahre nach seinem Tod ist Franz Kafka dem Kanon einer schulisch-universitären Literarhistorie so schuldlos wie vollständig einverleibt. Als bewußt provokanten Beitrag zu einer alternativen Literaturgeschichtsschreibung versteht sich diese nun vorgelegte Untersuchung kafkascher Texte und ihrer weitreichenden Rezeption.
Ausgehend von zwei Tagebuchnotizen des Prager Dichters unternimmt Matriz eine Reise in Kafkas poetischen Kosmos, zu bekannten und weniger bekannten Texten, in denen er verständig und verständlich die stete leitmotivische Virulenz der fleischlichen Verwundung nachweist. Anhand dieses Motivs führt der Autor bestehende Deutungsmuster ad absurdum, indem er die Fruchtlosigkeit ihres akademischen Duktus schonungslos demaskiert. Er verwirft vehement den insbesondere von Max Brod beförderten Geniekult als Motor einer selbstbezogenen, geradezu maschinell sich fortpflanzenden Germanistik und plädiert leidenschaftlich für einen assoziativen, unmittelbaren Zugang zur Literatur.
Matriz’ Buch bildet den Beginn einer sich fortsetzenden Reihe alternativer literaturwissenschaftlicher Beiträge, die ebenso mutig wie fundiert dem Habitus professoraler Gelehrsamkeit die Stirn bieten und Literatur an den unbelasteten Leser zurückbinden helfen.

Der Autor:
Hans-Roger Matriz, Jahrgang 1965, ist ungelernter Arbeiter am Lehrstuhl für Angewandte Geistesgeschichte der Universität Neuenhoven. Seine bisher einzige Publikation: Demiurgie und Diätetik (2000).


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